`verify_jwt` setzt `validate_aud = false` — es kann den Aufrufer nicht
kennen. Also blieb `aud` bisher ungeprüft, obwohl die PDS es setzt.
Was die Prüfung bringt: die PDS signiert Tokens für *ihre* AppView.
Ohne Audience-Check wäre ein Token, das an einen anderen Dienst mit
derselben PDS-Vertrauensbeziehung geht, hier wiederverwendbar — und
umgekehrt. Es ist der Unterschied zwischen "die PDS bürgt für diesen
Nutzer" und "die PDS bürgt für diesen Nutzer *im Gespräch mit uns*".
Dafür musste der Wert erst einmal etwas sein, das beide Seiten
berechnen können: die PDS setzte ihn hart auf
did:web:appview.maarcadetweet.local. Jetzt leiten ihn beide über
AppConfig::appview_did() aus APPVIEW_PUBLIC_URL ab — dieselbe
did:web-Regel wie schon für pds_did().
Ein Mismatch ist TokenInvalid, nicht Forbidden: das ist der Code, auf
den der Client seine Token-Erneuerung stützt. Eine Instanz, die ihre
APPVIEW_PUBLIC_URL ändert, heilt sich damit beim nächsten Refresh
selbst, statt jeden angemeldeten Nutzer auszusperren.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
Claude-Session: https://claude.ai/code/session_013HC9HLrUU1LNwkzp8nkDLX
Die AppView hatte keinerlei Authentifizierung: jeder konnte
/api/notifications?did=<beliebig> lesen und per /seen als gelesen
markieren. Mit Phase 8 sind das die ersten privaten Daten im System.
Das Access-JWT der PDS trug von Anfang an sub, scope
"com.atproto.access" und aud "did:web:appview…" — es war für die
AppView ausgestellt, nur hat sie es nie geprüft. Neu ist deshalb vor
allem die Schlüsselbeschaffung: auth.rs holt das DID-Dokument der PDS
(PDS_INTERNAL_URL, sonst PDS_PUBLIC_URL), cached den Schlüssel und lädt
ihn bei einem Verifikationsfehler nach — höchstens einmal pro Minute,
damit Müll-Tokens kein Werkzeug werden, die PDS zu fluten. Ein
Schlüsselwechsel braucht damit keinen Neustart.
Ist die PDS beim Start weg, warnt die AppView nur und startet trotzdem
(sie indiziert den Firehose, der von der lokalen PDS unabhängig ist).
Ist der Schlüssel beim Prüfen eines Tokens nicht zu beschaffen, gibt es
503 — fail closed.
Geschützt: /api/timeline/home und die drei Notification-Endpoints, jeweils
mit sub == did. Öffentlich bleiben Profile, Suche, Posts, Threads und die
Follower-Listen; das sind in AT Proto öffentliche Records.
401 AuthMissing / 401 TokenInvalid / 403 Forbidden / 503 AuthUnavailable.
TokenInvalid ist ein Vertrag mit dem Client: daran erkennt er, dass er
sein Token erneuern und einmal wiederholen muss.
Dazu CORS: statt Any für alles jetzt eine Allowlist über
APPVIEW_CORS_ORIGINS (unset = altes Verhalten plus Warnung), und
/internal/ingest-commit liegt außerhalb der CORS-Schicht — die Route
wird server-zu-server aufgerufen, ein Allow-Origin darauf würde nur
einer Webseite helfen, in den Index zu schreiben.
APPVIEW_AUTH_REQUIRED=false stellt das alte Verhalten her (VPN-Instanz,
fail-open-Tests) und warnt beim Start in Großbuchstaben.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
Claude-Session: https://claude.ai/code/session_013HC9HLrUU1LNwkzp8nkDLX